Das Ich sieht Schwarz

 

»Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen «

(Theodor W. Adorno/Minima Moralia,S.29,Gesammelte Schriften, Band 4)

Zur Kritik der Gothic – Szene

Es ist wieder soweit, Pfingsten naht und die Leipziger Bürger stellen sich mit freudiger Erwartung auf das Wave Gothic Treffen ein. Man situiert sich in der gewollt narzisstischen Symbiose von Gaffen und begafft werden, wie es überall in der Stadt zu Pfingsten praktiziert wird, und freut sich – im Gegensatz zu den 90′ iger Jahren über das Treiben der sog. Schwarzen Szene. Andere freuen sich, weil die zahlungskräftigen wie zahlungswilligen Gothics die städtische Wirtschaft ankurbeln, da diese jeden ihnen als „ganz besonders originell“ feil gebotenen Plunder verwerten , Hauptsache Identitätsbestätigung! Doch der dem schwarzen Treiben inhärente kollektivistische Kern wird ausgeblendet und verdrängt. Somit dürfte und darf es keinen verwundern, das sich dass schwarze Fest oft ästhetisch in einen nazistischen Karneval verwandelt und dabei Bands bejubelt werden, die relativ offen ihre menschenfeindliche Position zum besten geben.

Das Ich im Zeitalter der Identitätskrise

»Daß das Individuum mit Haut und Haaren liquidiert werde, ist noch zu optimistisch gedacht.[…]Weit entfernt davon ist der gegenwärtige Zustand. Das Unheil geschieht nicht als radikale Auslöschung des Gewesenen, sondern indem das geschichtlich Verurteilte tot, neutralisiert, ohnmächtig mitgeschleppt wird und schmählich hinunterzieht. Mitten unter den standardisierten und verwalteten Menscheneinheiten West das Individuum fort. Es steht sogar unter Schutz und gewinnt Monopolwert. Aber es ist in Wahrheit bloß noch die Funktion seiner eigenen Einzigkeit, ein Ausstellungsstück wie die Mißgeburten, welche einstmals von Kindern bestaunt und belacht wurden.[..]Die allgemeine Regression unterbieten sie als privat Regredierte, und selbst ihr lauter Widerstand ist meist nur ein verschlageneres Mittel der Anpassung aus Schwäche.«

(Theodor W. Adorno/Minima Moralia,S. 153,Gesammelte Schriften, Band 4)

Bei der Gothic Szene handelt es sich um ein Kollektiv in Form einer Jugendbewegung, die sich mittels eigener Kleidung und Musik konstituiert und gegen die Anderen abgrenzt. Das Bedürfnis was hier an oberster Stelle steht ist die eigene Individualität herauszustellen, die man im Zeitalter von Flexibilität – Kreativität & Teamfähigkeit spätestens an der Bürotür abgeben muss. Das eigene Ich bzw. was davon noch übrig ist muss sich im permanenten Zweifrontenkrieg zwischen den Anforderungen des Alltags einerseits und dem Wunsch nach dem „was man gern wäre“ (Ich – Ideal) anderseits, behaupten. In diesem Prozess ist die narzisstische Kränkung immanent und omnipräsent, diese folgt aus den erzwungenen Triebunterdrückungen, die man durch Anpassung an die heutigen Verhältnisse erbringen muss. Daraus resultiert, dass das Subjekt, nach narzisstischer Aufwertung trachtet, die bekanntermaßen am einfachsten in der Gemeinschaft und in der Masse zu finden ist.

Besonders hervorzuheben ist in dem Fall, der Elitarismus der eine zentrale Rolle neben dem sog. „Individualismus“ einnimmt, d.h. mit der Internalisierung dieser Identität, gewinnt das Subjekt ein riesen Reservoir an narzisstischen Aufwertungsmöglichkeiten, dies spiegelt sich in Aufwertung/Abwertung der Anderen wieder, im Gemeinschaftskitsch gepaart mit Pseudo – Individualismus.

Darüber hinaus stehen im Spätkapitalismus, viele frühermals beständige Identitäten, die dass eigene Leben strukturiert und stabilisiert haben, auf „wackligen Beinen“. Sei die als Arbeitskraftcontainers im Kampf um Arbeit, die des Inhabers einer Geschlechtsidentität im Kontext der sich auflösenden fixen Geschlechter – Identitäten bzw. angleichenden Geschlechterverhältnis oder die des Staatsbürgers im Zeitalter nationaler & post-nationaler Umwälzungen. Die Gothic – Identität hebt die vorher genannten Identitäten nicht auf, sondern schmiert quasi eine schwarze Schicht als Deckungs- und Bindungsmittel extra noch darüber. Das dies natürlich alle ideologischen Allgemeinplätze (Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Sexismus) impliziert, die im post – bürgerlichen wie post – nazistischen Diskurs vorhanden sind, dürfte einem verständlich sein, wenn man sich vergegenwärtigt das die Gothic – Szene in keinem gesellschaftlichen Vakuum existent ist. (Dies wird in den Beispielen weiter unten, verdeutlicht.)

Somit lässt sich konstatieren, dass die Gothic – Identität eine weitere Antwort auf die Frage „Was bin Ich;Wo gehöre ich hin und Wie kann ich mir diese Welt erklären/ordnen“ darstellt, die vom bewusstlosen Subjekt gestellt wurde, das sich auf eine Welt bezieht, in der der gesellschaftliche Widerspruch herrscht.

Somit ist es auch nicht verwunderlich ,dass deren Mitglieder schon in der Jugend in ihr ein gehen, d.h. in einem Lebensabschnitt, der von Identitätskonflikten geprägt ist und wo der Heranwachsende auf der Suche nach einem festen Bezugspunkt ist, von dem er aus seine Welt ordnen und strukturieren kann. Darüber hinaus bietet dieser Bezugspunkt eine feste Konstante im Leben auf die immer wieder zurück gegriffen werden kann,da eine solche subkulturelle Identität eine der wenigen Kollektivierungsformen darstellt, die relativ unabhängig von Lebensalter und -abschnitt fungieren.

 

„Individualität“ im kollektiven Schwarz

Die sog. Schwarze Szene, gründet sich auf einem Widerspruch, in der Form, dass man behauptet „Im kollektiven schwarz tragen, Individualität zu repräsentieren“.

Doch mit diesem Faktum wird sich nicht, wie es im linken Jargon heißt, kritisch auseinander gesetzt, sondern dieser Punkt wird verdrängt und somit affirmiert.

Dies zeigt sich in diversen Liedern, diverser Gothic Bands wie bei Umbra et Imago:

„Schwarz ist meine Sicht,
Schwarz ist mein Gericht,
schwarze Resignation,
schwarze Isolation.“
(1)

Die Farbe Schwarz, wird zum omnipräsenten Symbol der Zugehörigkeit, sei es hier in der abstrakten Form, wo die Sicht auf die Welt mit der Farbe identifiziert wird oder ganz konkret am Körper in Form von Kleidung, die auch einen Doppelcharakter erfüllt.

In der Kleidung des Gothics, zeigt sich die Zugehörigkeit zum Kollektiv der Szene an, wie zur jeweiligen Sub – Szene (Cyber, Batcave,Schwarzromantiker usw.). Auf diese Unterschiede wird auch penibel geachtet, da man nicht mit den „Pseudos/Wochenend – Gothics“ verkannt werden will und als wahrer quasi eigentlicher Gothic gesehen und betrachtet werden möchte.Diese Eigentlichkeit wird dadurch noch mal verdeutlicht,das man andauernd mit der Frage konfrontiert wird: „Wie lange man schon dabei sei“, als ob es einen Unterschied ums Ganze machen würde, wie lang man schon in der Farbe deutscher Tugend sich präsentiert.

Diese Frage nach der Eigentlichkeit und daraus folgend nach der Echtheit, der eigenen Identität und nach der Identität des Anderen, ist eine Frage, die besonders die Deutschen schon lange umtreibt. Selbst bei einem der ihnen ähnlich ist, vermuten sie den maskenhaften Anderen der „nur so tut, als ob“, er ein Ähnlicher wäre.

Somit lässt sich mit Nietzsche sagen, dass es die Gothics kennzeichnet, dass bei ihnen die Frage »was/wer Gothic ist?« niemals ausstirbt.«

Neben dem inneren Identitätskitsch bezogen auf die Zugehörigkeit zur jeweiligen Einzel und Unteridentität innerhalb des Kollektivs, gibt es nat. noch die Abgrenzung nach außen.

Diese Abgrenzung zeigt sich nicht nur durch die Dauerrepräsentanz des Symbols Schwarz, sondern auch durch den permanenten Verweis auf die eigene weiße Hautfarbe wie auf den florierenden Gebrauch von Mythen,Symbolen aus dem Neoheidentum.

Um den permanenten Verweis auf die weiße Hautfarbe nochmal zu verdeutlichen, möchte ich hier die Band Cephalgy zitieren:

„Dein weisses Fleisch
verbrennt meine Seele
Dein weisses Fleisch
verschnürt mir die Kehle
Dein weisses Fleisch
in meinem Mund
Dein weisses Fleisch
für mich so gesund“ (2)

Diesem Bezug auf die weiße Hautfarbe, schwingt zumindestens subtil eine gewisse rassistische Komponente mit, in dem Sinne, dass die Hautfarbe in der Form ästhetisiert und mystifiziert wird und somit folgt unbewusst bzw. auch bewusst eine Ausgrenzung von Menschen, die eine andere nicht – weiße Hautfarbe haben.

Schwarze Volksgemeinschaft im nazistischen Karneval

Dass die Gothic Szene und im besonderen das WGT ein Problem mit dem Nazismus hat, in dem Sinne das sie die Ausdrucksformen dessen tolerieren/akzeptieren und fördern, ist schon lange kein Geheimnis mehr. So trifft man jedes Jahr dort Gestalten, die in NS Uniformen gehüllt sind, dazu meist noch die entsprechende Symbolik tragen und das für einen selbstverständlichen Ausdruck ihrer Individualität halten. Darüber hinaus wird im sog. „Heidnischen Dorf“ eine romantizistische Mittelalter – Welt bejubelt, wo alles noch seine rechte Ordnung hat. Wo Jungmänner vom Met besoffen zu „mittelalterlichen Musik“ rumgröhlen und euphorisch sich die Kleider vom Leib reißen, um mit ihres gleichen zu pogen oder in einem anti-zivilisatorischen Affekt die Zerschlagung des Christentums fordern um dafür einen infantilen Neoheidnischen Aberglauben zu installieren.

Auch wundert es keinen, dass dies von den Veranstaltern noch gefördert wird. Um dies kurz darzustellen, finden Sie nun eine kleine Aufstellung der Ekelhaftigkeiten, die in den letzten Jahren so auftraten:

Die WGT Karten

2009 war auf der WGT Obsorge(Zeltplatzkarte)Karte, eine schwarze Sonne in mitten eines Blauen Auges abgebildet. Die Schwarze Sonne die von der Neuen bis traditionellen Rechten genutzte Symbol, gilt als Ersatz für das Hakenkreuz und dient als Erkennungsmerkmal. Es wurde auch vom Leiter der SS H.Himmler, in die Wewelsburg eingelassen und diente als als Symbol für das arische Erwachen.(3)

  •  Daraufhin folgte ein offener Brief der Band „ASP“ an die Treffen & Festspielgesellschaft für Mitteldeutschland mbH, die nur eine sehr dürftige bis unsinnige Begründung für die Verwendung eines solchen Symbols, ablieferte: “ in diesem Jahr die Hermannsschlacht auch Schlacht im Teutoburger Wald genannt, die sich zum 2.000sten Male jährt. Symbolstrukturen, gespiegelt in der Iris des Auges, dem Fenster zur Welt, reflektieren ein uraltes Symbol der Sonnenfinsternis, von den Germanen als “ Inneres Licht „, das Licht der Erkenntnis, der Erleuchtung, der Knospung etc. verehrt. Arminus ( nach Luther „Hermann “ genannt ) erscheint als figuratives Spiegelbild, verewigt in Stein.“ (4)
  • Der Bezug zu Hermanschlacht im Zusammenhang mit der Schwarzen Sonne, ist historisch nicht belegt und wurde herfantasiert. Dies äußerte auch die Band ASP und sagten sich auf Grund dessen von der Veranstaltung des WGT’s los.
  • Auch das T-Shirt mit dem leicht missverständlichen Aufschrift WGTarier, kritisierten ASP (5)

2010 auf den Eintrittskarten des WGT’s wurden Figuren aus dem Film Olympia von Leni Riefenstahl verwendet. (6)

2013 ist auf dem WGT Cover Richard Wagner zu sehen, seines Zeichens radikaler Antisemit. Dieser gilt mit seinem Buch „ Das Judentum in der Musik“, als einer der Mitbegründer des modernen Antisemitismus. (7)

2014 erschien eine Karte im Stil einer 20 Reichsmarkschein, mit einem Zitat von Dr. Friedrich Müller (Direktor der Reichsbank 1933) aus seinem Aufsatz „Stabilisierung und Sicherung der Währung“, „Mit dem Fortschreiten der Inflation war bei den Banken das reguläre Kreditgeschäft immer stärker in den Hintergrund gedrängt worden. An seine Stelle war weitgehend das Effekten- und Spekulationsgeschäft getreten. Die allgemeine Flucht in die Sachwerte ließ weite Kreise aus Depositeneinlegern Effektenbesitzer werden.„ Somit ließen die Veranstalter die offenen Nazianspielungen im letzten Jahr ruhen und versuchen es mal mit einer strukturell antisemitischen Geld- und Bankenkritik. (8)

Künstler,Labels und andere deutsche Zufälligkeiten

In den letzten Jahren war immer der rechte VAMS Verlag(Verlag + Agentur Werner Symanek), in der Agra zugegen. Dort werden Bücher von und über rechtsradikale Bands wie z.b. „Leicht entflammbares Material“ – Biographie über die Band Forthcoming Fire angeboten oder es werden antisemitische, verschwörungsideologische Bücher vertrieben wie z.B. „Zur Strategie der Heuschrecken“ oder geschichtsrevisionistische Bücher wie z.B. „Polens Marsch in den Zweiten Weltkrieg – Hintergründiges und Verschwiegenes zur Zeitgeschichte

Auch wird der neofaschistischen Band Von Thronstahl, immer wieder ein Platz eingeräumt um ihr Musik und ihre Ideologie zu vermarkten.

Im vorletzten (2014) wie im diesen Jahr ist auch Christan von Aster zugegen, dieser publiziert gerne mal im antisemitischen wie antiamerikanischen Verschwörungsheftchen Compact von Jürgen Elsässer. (9) (10)

 

Auch trat vorletztes WGT (2014) die umstrittene Pagan Metal Band „Varg – Wölfisch & Asentreu“ auf. Der Sänger Philipp „Freki“ Seiler ist auch Initiator des sog. „Wolfszeitfestival“, wo 2007 der Mitbegründer der NSBM Band Absurd, Hendrik Möbus offiziell auf der Gästeliste stand, dieser hatte nat. sein Fanzine A-Blaze gleich mitgebracht. Nach aufkommender Kritik wurden dann Merchandise bestimmter bekannter NSBM Bands verboten. 2010 hackten Antifa Aktivisten die Thor Steinar Seite, wo unter anderem die Kundenliste publik wurde. Auf dieser Kundenliste befanden sich auch Seiler’s Kontaktdaten. (11) (12) (13)

Zum letzten Jahr

Letztes Jahr (2015) standen diverse Bands, auf der Liste der auftretenden Künstler, die den nazistischen Charakter des ganzen Schauspiels verdeutlichen.

Zu nennen sind:

Kirlian Camera,

diese zeichnen sich im besonderen durch die Nähe zu nazistischer wie faschistischer Ästhetik aus, die Sie auch in ihren Bühnenshows benutzen. Desweiteren zeigen Sie auch eine besondere Affinität zu diversen faschistischen Bewegungen wie z.b. zu Legion Condor.

So gebraucht die Band auf dem Stück „U-Bahn V.2 ‚Heiligenstadt'“ auf ihrer CD „Todesengel. The Fall of Life“ (1991) eine Rede des rumänischen Faschistenführers und Antisemiten Corneliu Zelea Codreanu, Gründer der „Legion Erzengel Michael“ (1927) und Führer der „Eisernen Garde“ (ab 1930). Im rechten Fanzine Sigill (Nr. 12, 1996/97) verkündet Bergamini zum Thema Codreanu: „Ich nahm den Song im Februar 1989 mit einem Teil von Codreanus Rede auf. Zu dieser Zeit suchte ich solches Material, um seine Legion zu ehren“.“(14)

Sol Invictus

An der Spitze dieser englischen Neofolk-Band steht Tony Wakeford, der 1981 bereits gemeinsam mit Douglas Pearce die Band Death in June gegründet hatte. Diese musste er drei Jahre später aufgrund seiner Mitgliedschaft in der britischen Nazi-Partei „National Front“ verlassen. Seit 1987 lebt Wakeford seine elitären und antimodernen Weltabkehrphantasien bei Sol Invictus aus. Von Anfang an gab es bei der Band Bezüge zu Vordenkern der Neuen Rechten wie dem italienischen Faschisten, Esoteriker und „Rassetheoretiker“ Julius Evola und dem jungkonservativen Autor Oswald Spengler Beide sind mit Werken wie „Revolte gegen die moderne Welt“ (1934) und „Der Untergang des Abendlandes“ (1918/1922) wichtige Inspirationsquellen und Identifikationsfiguren für viele NeofolkerInnen . Sol Invictus beziehen sich auf diese Werke mit ihren Stücken „ Against the Modern World“ (1987) und „Death of the West“ (1994). Zwar distanzierte sich Frontmann und Bandmacher Tony Wakeford (erst!) 2007 per 8-Zeiler auf seiner Website von seiner Nazivergangenheit. (5) Die Motivation dafür dürften wohl eher wiederholte Konzertabsagen aufgrund kritischer Interventionen und daraus erwachsene Erklärungsnöte gewesen sein. Seinen AnhängerInnen, die sich zwar vom Habitus von Straßennazis distanzieren, diesen aber in Bezug auf völkische, elitäre und rassistische Denkweisen möglicherweise überlegen sind, dürfte Wakefords knappe Distanzierung von seinen „Jugendsünden“ eher gefallen haben.“ (15)

Zu diesem Jahr

Auch dieses Jahr, bleibt es „schön deutsch“ (B.Höcke) auf dem WGT. Da neben dem Autor Christan von Aster (siehe oben), auch u.a. Bands wie:

Of the Wand & the Moon

»Die Ästhetik von „Of the Wand & the Moon“ nimmt starke Anleihen an der ger­ma­nisch– nor­di­schen Mytholgie. Zwar heißt es, er wolle sich damit nicht auf den his­to­ri­schen Natio­ nal­so­zia­lismus beziehen, son­dern auf die „skan­di­na­vi­schen Lebens­welt “, da er sich aller­ dings auf Pro­mo­ti­ons­bil­dern und wäh­rend seiner Auf­tritte meist in uni­for­mar­tigen Auf­ma­ chungen insze­niert und dar­über hinaus über Jahre engen Kon­takt zu Justus Albin von der Nazi­band „ Der Blutharsch“ pflegte, kommen an einer tat­säch­li­chen Abgren­zung nach Rechts Zweifel auf. „Of the Wand & the Moon“ ver­öf­fent­lichten Anfang der 2000er Jahre meh­rere Ton­träger auf Jus­tius Albins Label „Hau Ruck!“ und waren 2009 mit der „Der Blutharsch“ auf Tour. 2011 beglei­tete Larsen „Death in June“ auf ihrer Tour zum 30. Jubi­ läum der Band. „Death in June “ gelten gemeinhin als Vor­reiter des rechten Neofolk. Schon im Jahre 2000 wurde Larsen wegen dieser offenbar bis heute andau­ernden Offen­heit nach rechts von anti­fa­schis­ti­schen Initia­tiven kri­ti­siert. Die Initia­tive „Gruf­ties gegen Rechts“ cha­rak­te­ri­siert Larsen in Bezug auf die „Schwarze Szene“ als einen jener Akteure, „denen zwar keine aktive Betä­ti­gung in rechten Orga­ni­sa­tionen vor­zu­werfen ist, die aber durch unre­flek­tierte Ver­wen­dung von Ästhetik, etc. in Ver­bin­dung mit einer feh­lenden Abgren­zung gegen rechte Ver­ein­nah­mungs­ver­suche zur Manö­vrier­masse rechter Stra­tegen geworden sind“.« (16)

Deutsch Nepal

Deutsch Nepal ist eine schwedische Industrial – und Dark Ambient – Projekt des Musikers, Peter Andersson. Dieser zeichnet sich durch abgrenzungslose Kumpanei mit dem nazistischen Kern der Neofolk – Industrial wie Dark Ambient – Szene aus.

Zu nennen sind da gemeinsame Unternehmungen mit Projekten wie Der Blutharsch, Sol Invictus (siehe oben). (17) (18)

Nordvargr

Nordvargr ist das Pseudonym des schwedischen Musikers Henrik Björkk, dieser ist in zahlreichen Projekten aktiv, die dem Industrial wie Black Metal Spektrum zuzurechnen sind.

Darunter fällt auch die Mitgliedschaft in dem Projekt „Arditi“,einer Martial-Industrial Band, die seit 2001 besteht. Bei den Arditi handelt es sich historisch, um Gefolgsleute des nationalistischen Schriftstellers und Freikorpsführers Gabriele D’Annunzio. Inhaltlich geht es der Band um einen „heroische Realismus“, den sie mit Bezug auf Corneliu Zelea Codreanu, Ioannis Metaxas, Alfred Rosenberg und Adolf Hitler usw. zum Ausdruck bringen. Dabei geht es der Band um eine Ästhetisierung und somit um eine Relativierung der Barbarei des 20 Jh.. (19) (20) (21)

Was tun?

Es gilt dem nazistischen Karneval ein Ende zu bereiten und mit dem Mythos aufzuräumen, es würde sich bei der Gothic Szene nur um eine harmlose Spaßveranstaltung handeln.

Diese Szene ist nicht zu retten, alles irgendwie emanzipatorische herum-werkeln zielt eher darauf ab, dem barbarischen Grundkonzept ein menschlich – progressives Kosmetikum aufzutragen. Wer die Gothics nicht in die Position versetzen möchte, ihre Identität in der Form zu reflektieren, macht sich mit dem kollektivistischen Grundcharakter gemein und zielt auf dessen Verewigung anstatt seiner kritischen Destruktion.

Quellen:

→ (1) http://www.songtexte.com/songtext/umbra-et-imago/alles-schwarz-bdb4dca.html

→ (2) http://www.golyr.de/cephalgy/songtext-weisses-fleisch-515215.html

→ (3) http://scherbenreich.de/wp/wp-content/uploads/2009/06/obsorge09.jpg

→ (4) http://www.thetalesofasp.com/de/wgtstatement.html

→ (5) http://www.zillo.de/files/news/1251/bild1_gross.jpg

→ (6) http://www.sadgoth.com/files/WGT19_2010.jpg

→ (7) http://www.uselinks.de/uploads/news/newspic-2567.png

→ (8) http://www.spontis.de/schwarze-szene/hintergruende/von-der-reichsmark-zur-eintrittskarte-wgt-2014/

→ (9) https://compact-online.de/wir-uber-uns/compact-autoren/

→ (10) http://www.wave-gotik-treffen.de/ro/go4it.php?id=37&loc=de

→ (11) http://www.wave-gotik-treffen.de/ro/go4it.php?id=229&loc=de

→ (12) http://de.wikipedia.org/wiki/Varg_%28Band%29#Kontroverse

→ (13) https://linksunten.indymedia.org/node/53643 (Philipp „Freki“ Seiler)

→ (14) http://antifa-fh.so36.net/fenster_kirlian.htm

→ (15) http://ladenschluss.blogsport.eu/2013/05/08/runen-und-manner-kunst-ist-kunst-oder-die-normalisierung-faschistischer-asthetik-in-leipzig/

→ (16) https://www.antifa-berlin.info/recherche/330-rechtes-konzert-auf-dem-raw-gelnde

→ (17) http://newdawnfades.blogsport.de/category/deutsch-nepal/

→ (18) https://www.xing-events.com/blutharsch.html

→ (19) https://de.wikipedia.org/wiki/Nordvargr#Arditi

→ (20) https://de.wikipedia.org/wiki/Arditi_%28Musikprojekt%29

→ (21) https://fightfascism.wordpress.com/2007/04/29/september-2006-festival-mit-rechtsextremen-bands-in-innsbruck-aut/

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[13.05.2016]

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